Versicherungsschutz für ehrenamtliche Helfer

Versicherungsschutz für ehrenamtliche Helfer
Welche Absicherung habe ich als Helfer allgemein?

Der Einsatz und das Engagement von ehrenamtlichen Helfern verdient höchste Anerkennung und Respekt. Doch wie sind ehrenamtliche Helfer bei kurz- oder langfristiger ehrenamtlicher Tätigkeit abgesichert, wenn etwas passieren sollte? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Wenn Sie kurzfristig und selbst organisiert ein Ehrenamt aufnehmen (z.B. Tandem mit einem Geflüchteten), ohne dabei über eine Trägerorganisation tätig zu werden, sollten Sie abklären, ob Sie eine private Unfall- und Haftpflichtversicherung haben. Schäden, die Sie nicht vorsätzlich anderen Personen zufügen, werden oft von privaten Haftpflichtversicherungen abgedeckt, die Sie eigenständig abschließen müssen. Sie sollten dabei unbedingt prüfen, ob Ihre private Haftpflichtversicherung auch ehrenamtliche Tätigkeiten mit absichert (oftmals werden verantwortliche Tätigkeiten, wie die Leitung eines Vereins, vom Versicherer ausgeschlossen!).

Grundsätzlich gilt: Die private Versicherung hat stets Vorrang. Sollte diese den Schutz verneinen, so können Sie auf Versicherungen der Trägerorganisation oder Einsatzstelle zurückgreifen.

Bin ich in einem „klassischen“ Ehrenamt versichert?

Wenn Sie die Kommune, Kirche oder Wohlfahrtspflege (z.B. AWO, Caritas, DRK) in deren Aufgabenbereich unterstützen und diese zum Wohle anderer wirken, erhalten Sie automatisch gesetzlichen Unfallversicherungsschutz. Versichert sind Unfälle während der ehrenamtlichen Tätigkeit und für die Dauer des Hin- und Rückweges zwischen Wohn- und Einsatzort.

Achtung: Ein privat genutzter Umweg über z.B. den Bäcker beeinträchtigt den Versicherungsschutz bereits, sodass Folgekosten bleibender Schäden hier meist vom Betroffenen selbst getragen werden müssen.

Beispiele eines „klassischen“ Ehrenamtes: Schöffen bei Gericht, Mitglied im Kirchenvorstand, Helfer bei der freiwilligen Feuerwehr usw.

Bin ich als Mitglied/Ehrenamtlicher eines Vereins versichert?

Informieren Sie sich über die Versicherungssituation Ihres Vereines, denn diese sind nicht verpflichtet, ehrenamtliche Helfer zu versichern.

Beschäftigungsähnliche Tätigkeiten sind in den meisten Fällen über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert: Zum Beispiel, wenn Sie eine Volleyballmannschaft trainieren oder beim Aufbau der Festveranstaltung einer Selbsthilfegruppe helfen. Ob dies unentgeltlich oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung geschieht, beeinflusst den Schutz nicht.

Ausschließlich die Mitgliedschaft im Verein reicht allerdings nicht für einen Versicherungsschutz aus, denn der Verein (oder vielmehr der Vorstand) muss z.B. den Fußballtrainer der C-Jugend mit seiner Tätigkeit beauftragen. Um Lücken zu vermeiden schließen die meisten Vereine eine Gruppenversicherung (Unfall, Haftpflicht) ab und benennen hier alle möglichen Vereinsaktivitäten und beschreiben ebenfalls die ehrenamtlichen Tätigkeiten ganz genau.

Hat der Verein keinen Versicherungsschutz und deckt auch die private Versicherung den Fall nicht ab, so können Sie auf den Versicherungsschutz des Landes Thüringen zurückgreifen. Ein selbstorganisiertes Ehrenamt ist über diesen Weg versichert, wenn sich mindestens zwei Personen für ein wohltätiges Ziel zusammenschließen. Ein Tandem mit einer hilfebedürftigen Person, welches sich z.B. bei einem losen Treffen im Erzähl-Café entwickelt hat, ist hier wiederum nicht versichert. Klären Sie dafür unbedingt Ihren privaten Unfall- und Haftschutz ab!

Bin ich im Rahmen eines Freiwilligendienstes versichert?

Personen, die sich im Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder Jugendfreiwilligendienst (als freiwilliges soziales Jahr – FSJ – oder freiwilliges ökologisches Jahr – FÖJ) engagieren, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Kinder bleiben weiterhin in der Familienversicherung und müssen sich nicht selbst gesetzlich krankenversichern.

Zu diesen Freiwilligendiensten zählen:

  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
  • Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ)
  • Bundesfreiwilligendienst (BFD)
  • Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)
  • Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts“
Sind Geflüchtete über Sportvereine versichert?

Einige Deutsche Sportvereine leisten dadurch Integrationsarbeit, dass sie Flüchtlinge einladen, mit den Vereinen zu trainieren, an Wettkämpfen oder am Vereinsleben teilzunehmen. Seit dem Jahreswechsel 2014/2015 sind Flüchtlinge dabei über die ARAG (Europas größter Sportversicherer) versichert. Zuvor waren sie in der Regel als Nicht-Mitglieder nicht versichert bzw. die Versicherungsfragen waren ungeklärt.