Zuzug von Familienangehörigen

Zuzug von Familienangehörigen
Was ist Familiennachzug?

Mit Familiennachzug ist der Nachzug von im Ausland lebenden Familienangehörigen von bereits in Deutschland lebenden Schutzberechtigten  gemeint. Als Voraussetzung muss die Familie einen Visumsantrag stellen. Der Antrag erfolgt im Regelfall durch die nachziehenden Familienangehörigen bei den deutschen Auslandsvertretungen.

Ist ihr Flüchtlings- oder Asylstatus in Deutschland vom BAMF anerkannt? Dann dürfen Sie einen Antrag auf Familiennachzug auch über die Homepage der Deutschen Auslandsvertretung elektronisch stellen. Dies ist derzeit in den Nachbarländern Syriens möglich. Falls Sie den Antrag auf Familiennachzug aus Deutschland stellen, müssen Sie das Ihrer Ausländerbehörde melden.

Weitere Informationen finden Sie auch beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und beim Auswärtigen Amt.

Wer darf nachziehen?

Nachziehen dürfen Ehegatten und minderjährige ledige Kinder (Kernfamilie) von anerkannten Flüchtlingen und von Asylberechtigten. Besonders wichtig ist, dass der Antrag auf Familiennachzug innerhalb von 3 Monaten nach Ihrer Anerkennung als Asylberechtigter oder Ihrer unanfechtbaren Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft beantragt wird. Für subsidiär Schutzberechtigte gibt es eine Sonderregelung (siehe nächste Frage).

Ist ein Familiennachzug für subsidiär schutzberechtigte syrische Staatsangehörige möglich?


Wenn Sie nach dem 17. März 2016 subsidiären Schutz in Deutschland bekommen haben, hat ein Familiennachzug keine Aussicht auf Erfolg: Da der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten für zwei Jahre ausgesetzt wurde, ist die entsprechende Rechtsgrundlage derzeit nicht anwendbar. Die Befristung ist noch bis zum 16.03.2018 gültig.

Gibt es in Thüringen eine Sonderregelung zur Aufnahme von Familienangehörigen?

In Thüringen lebende Menschen aus Syrien können ihre Verwandten bis zum 2. Grad auf Basis eines Landesprogramms nachholen. Voraussetzung ist, dass ein deutscher Staatsbürger oder ein in Deutschland lebender Ausländer eine Verpflichtungserklärung übernimmt (Übernahme von anfallenden Kosten). Das neue Landesprogramm sieht eine Befristung der Verpflichtungserklärung auf fünf Jahre vor. Die Verpflichtungserklärungen können bei allen Thüringer Ausländerbehörden abgegeben werden. Der Verpflichtungsgeber muss ein ausreichendes Einkommen nachweisen können. Die Gesundheitskosten sind nicht vom Verpflichtungsgeber zu tragen.